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Resultate

Ergebnisse und Erkenntnisse des Projekts PatenTicket2.0

Jede Verkehrsmittelnutzung muss gelernt werden. So wie man Routine beim Radfahren und Autofahren gewinnen muss, müssen auch die Abläufe bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel erlernt werden. Für ältere Menschen, die sich über Jahrzehnte vorwiegend mit dem Auto fortbewegt haben, ist ein Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel oft schwierig.
Mit dem PatenTicket 2.0 wurden versierte ältere Zeitkartennutzer als Patinnen und Paten gewonnen, die in ihrem sozialen Umfeld Personen ab 60 Jahren und wenig Erfahrung mit dem ÖPNV den Umstieg erleichtern wollten. Sie begleiteten und unterstützten ihr sogenanntes „Patenkind“ für drei Monate.
Die erste Testphase von 09/2007 bis 12/2008 in Köln verlief erfolgreich – eine umfassende projektbegleitende Evaluation hat gezeigt, dass durch das PatenTicket:
•    zahlreiche MIV-Wege auf den ÖPNV verlagert wurden
•    zusätzliche und längere Wege unternommen wurden
•    Vorurteile überwunden und Kenntnisse erworben wurden
•    Verhaltensroutinen verändert wurden

Aufbauend auf diesen positiven Ergebnissen sollte mit dem ‚PatenTicket 2.0‘ mit erweitertem Design untersucht werden, welche Rahmenbedingungen förderlich oder hemmend auf den Erfolg dieses Marketinginstruments wirken.
Im Mittelpunkt standen dabei drei Forschungsfragen:
•    Ist das Konzept, das sich im urbanen Raum erfolgreich bewährt hat, auch auf einen eher suburbanen bis ländlichen Raum übertragbar?
•    Ist das Patenschaftsmodell der Schlüssel zum Erfolg oder reicht die Möglichkeit einer längerfristigen kostenlosen Nutzung des ÖPNV in Form eines Schnuppertickets zur Änderung des Verkehrsverhaltens?
•    Ist es möglich, mit dem Projekt aus dem ersten Durchgang vertraute Paten, Patinnen und Patenkinder erneut für eine Patenschaft zu gewinnen? Dadurch könnte der finanzielle und personelle Aufwand für die notwendigen Informationsveranstaltungen zu Beginn einer Projektphase verringert und regelmäßige Durchgänge erleichtert werden.

Wie bereits im ersten Durchgang verlief die zweite Phase im urbanen Raum sehr erfolgreich. So ergab eine Analyse der Kundendatenbank der KVB, dass sich bis Anfang November 15 % der Patenkinder aus Köln ein Jahresabonnement zugelegt haben, weitere 25% der Kölner überlegen sich innerhalb des nächsten Jahres eines zuzulegen (um einen gültigen Referenzwert für die 30% Neuabonnenten des ersten Durchgangs zu erhalten, ist eine erneute Datenbankabfrage im Februar geplant).
Die Anwendung im suburbanen Raum gelang weniger, bis November 2011 haben sich 8% der Patenkinder aus dem Umland ein Aktiv60Ticket zugelegt und weitere 17% der suburbanen Patenkinder wollen dies innerhalb des nächsten Jahres noch tun. Die qualitativen Erhebungen zeigten, dass auch im Umland das Marketinginstrument des PatenTickets gut angenommen wurde, jedoch zeigten sich hier die Rahmenbedingungen des ÖPNV-Angebots als wenig optimal - schlechter Anschluss, geringer Takt, häufige Umstiege mit Wartezeiten bei deutlich höherem Ticket-Preis.
Im Vergleich mit der Kontrollgruppe des SchnupperTickets zeigte sich ein deutlicher Mehrwert des patenschaftlichen Ansatzes, da nicht nur auf der Verhaltensebene Änderungen erprobt wurden, sondern auch ein positives Gefühl sowie ÖPNV-Kompetenzen in vertrautem Rahmen vermittelt und somit dauerhaftere Änderungen von Mobilitätsmustern und –einstellungen erzielt wurden.
So haben sich von den Kölner Teilnehmenden am SchnupperTicket nur 5% eine Jahreskarte für den ÖPNV zugelegt, also zwei Drittel weniger als aus der Vergleichsgruppe der Kölner Patenkinder - 16% der Kölner Schnupperer überlegen eine Anschaffung in naher Zukunft.
Auch zeigte sich, dass die Einführung des PatenTickets als kontinuierliches Marketinginstrument, das bspw. in einem Zweijahresrhythmus angeboten würde, effizienter durchgeführt werden könnte, da sich zahlreiche Patinnen, Paten und ehemalige Patenkinder des ersten Durchgangs zu einer erneuten Teilnahme und somit Übernahme des ehrenamtlichen Engagements bereit erklärten. Nur wenige von diesen hatten Bedarf an der Teilnahme einer Informationsveranstaltung, die in verkürzter Variante auch diesen versierten Projektteilnehmenden angeboten wurde – in der Informationsveranstaltung zeigte sich, dass diese weniger aufgrund von Klärungsbedarf, sondern vornehmlich für die Kontaktpflege mit den Projektverantwortlichen und den Vertretern der Praxispartner genutzt wurde.
Um die Langfristwirkung des PatenTickets zu überprüfen, wurden auch die Patenkinder aus dem ersten Durchgang überprüft, wie viele davon im November 2011 ein Aktiv60Ticket besitzen. Hier zeigte sich ein erfreulicher Langzeiteffekt. So besitzen mittlerweile 37% der ehemaligen Patenkinder ein Aktiv60Ticket, da sich in den Jahren 2009, 2010 und 2011 noch weitere 12% der Patenkinder ein Jahresabonnement zugelegt haben und die meisten Patenkinder, die sich bereits im Jahr 2008 im Anschluss an ihre PatenTicket-Zeit ein Aktiv60Ticket zugelegt hatten, auch dabei geblieben sind.



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